Selbstfindung – Entdecke, was dir wirklich wichtig ist im Leben

nachdenklicher Mann mit Tasse in der Hand auf einem Segelbot

Google listet bei der Suche nach dem Wort „Selbstfindung“ unglaubliche 1,5 Millionen Treffer auf. Es gibt unzählige Bücher, Ratgeber-Artikel, Übungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Seminare, mehr oder weniger wissenschaftliche Abhandlungen und natürlich YouTube-Videos. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Fragen wie „Wer bin ich?“, „Wie kann ich glücklich sein?“, „Was will ich vom Leben?“ oder auch „Was ist der Sinn im Leben?“.

Aber hast Du das Gefühl, dass Du selbst und die meisten Menschen um Dich herum Antworten auf diese Fragen haben? Ich ehrlich gesagt nicht. Warum ist das so?

Inhaltsverzeichnis

Selbstfindung: Warum Menschen keine Antworten haben

1,5 Millionen Suchergebnisse. Das ist ein riesiger Fundus an Selbsthilfeangebot! Und doch ist das Thema Selbstfindung und damit verbunden die Frage nach dem eigenen Ich das häufigste Thema in meinen Coachings. Viele meiner Klienten sind mit einem bestimmten Teil ihres Lebens, z.B. ihrem Beruf oder einer Beziehung, oder ihrem Leben insgesamt unzufrieden und wollen etwas in ihrem Leben verändern. Trotz massenweiser Selbsthilfeliteratur gelingt ihnen das aber nicht oder nur auf einer oberflächlichen Ebene. Warum? Weil es allgemeingültige Lösungen für individuelle Fragestellungen nicht gibt. Und deswegen helfen Ratgeber in welcher Form auch immer den Menschen nicht dabei, Antworten auf die Frage zu finden, was sie eigentlich für sich selbst und ihr Leben wollen.

Es gibt keine Blaupause für das eigene Leben. Allgemeinplätze aus Ratgebern taugen daher nicht, um zu sich selbst zu finden.

Hinzu kommt: viele Menschen haben in ihrem bisherigen Leben nie gelernt, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Entweder weil sie es bisher nicht mussten oder weil sie es bisher erfolgreich vermieden haben – aus Angst, was sie dabei vielleicht finden würden. Oder weil der Leidensdruck einfach (noch) nicht groß genug war.

Häufig tragen meine Klienten zudem eine oder gar mehrere mentale Begrenzungen (auch Glaubenssätze genannt) in sich. Sie hindern sie auf einer unbewussten Ebene daran, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Begrenzungen sorgen nämlich oft dafür, dass wir uns eher nach dem richten, was andere wollen. Die eigenen Bedürfnisse spielen deshalb entweder keine oder nur eine untergeordnete Rolle in ihrem Leben.

Begrenzende Glaubenssätze verhindern die Selbstfindung

Zum Beispiel Martina*. Sie kommt mit dem Wunsch zu mir, mehr Klarheit darüber erlangen, was sie für sich möchte und was sie zufrieden macht. Und sie möchte Strategien entwickeln, um mehr von dem zu bekommen, was sie sich wünscht.

Martina ist Anfang 30, in einer festen, wenn auch nicht sehr glücklichen Beziehung und ihr Job in der Finanzbranche passt gefühlt nicht zu ihr. Eigentlich wollte sie Theaterwissenschaften studieren, hat dann aber doch auf die eigenen Eltern gehört und auf die „sichere Bank“ gesetzt. Im ersten Gespräch mit ihr merke ich, dass sie sich auch in anderen Bereichen oftmals nach den Wünschen anderer richtet. Sie steckt häufig zurück und tut am Ende das, was ihr Partner, ihre Freunde oder Kollegen sich von ihr wünschen. Bevor wir also an der gewünschten Klarheit arbeiten können, schauen wir erst einmal, wo dieses Verhalten herkommt. Schnell wird klar: Eine mentale Begrenzung hindert Martina immer wieder daran, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, für sich einzustehen und so gut für sich zu sorgen.

2 Füße vor einer Linie

Wir beginnen deshalb mit einer Glaubenssatzarbeit. Das ist deswegen wichtig, weil ein limitierender Glaubenssatz meist einen negativen Einfluss auf die eigene Wahrnehmung hat und im schlimmsten Fall eigene Wünsche und Bedürfnisse unterdrückt. Das macht einen Selbstfindungsprozess nahezu unmöglich. Wie genau eine Glaubenssatzarbeit abläuft, beschreibe ich in einem späteren Artikel, das würde den Umfang dieses Beitrags sprengen.

Nachdem wir also mehrere Situationen aus ihrem Alltag aus verschiedenen Perspektiven betrachtet haben, kann Martina ihren limitierenden Glaubenssatz formulieren. Er lautet „Ich muss immer tun, was andere von mir wollen, sonst werde ich verlassen und bin allein.“

Kein Wunder, dass es ihr nicht gut geht.

Wie Du mentale Begrenzungen erkennst

Wie oben schon beschrieben, ist eine Selbstfindung nur dann möglich, wenn es keine mentalen Begrenzungen gibt, wenn Du also wirklich frei bist in Deinem Denken, Fühlen und Handeln. Doch wie erkennt man mentale Begrenzungen oder Glaubenssätze? Du kannst das für Dich überprüfen, indem Du Dir folgende Fragen beantwortest:

  • Wenn Du einmal Deine Denkmuster und Dein eigenes Verhalten beobachtest, denkst Du immer zuerst an andere, anstatt an Dich selbst?
  • Wenn Du dann einmal bewusst an Dich und das, was Du willst, denkst, entsteht dann in Dir ein Gefühl von „ist nicht wichtig“ oder gar „ich bin es nicht wert“?
  • Weißt Du in manchen Situationen eigentlich, was Du jetzt tun müsstest, kannst es aber trotzdem nicht?

Wenn Du eine oder mehrere der Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass Du eine mentale Begrenzung, auch (limitierender) Glaubenssatz genannt, mit Dir herumträgst. Such Dir in diesem Fall am besten einen Psychotherapeuten oder einen professionellen Coach, um den oder die limitierenden Glaubenssätze zu finden und anschließend aufzulösen. Erst dann ist es für Dich wirklich möglich, Dein wahres Ich zu finden und Dich frei zu entwickeln.

Ganz wichtig: Achte darauf, dass Du in der Arbeit die Begrenzung auch wirklich auflöst. Häufig wird „nur“ eine Strategie entwickelt, um mit dem begrenzenden Glaubenssatz besser umzugehen. Das ist vielleicht im Alltag hilfreich, um schwierige Situationen besser zu meistern. Es hilft Dir aber leider gar nicht, wenn Du an Zukunftsfragen arbeiten möchtest.

Martina nimmt in den zwei Wochen nach der Auflösung ihres Glaubenssatzes Veränderungen in ihrem Denken und Verhalten wahr. Sie fühlt sich freier und fängt an, gegenüber anderen Menschen ihre eigenen Wünsche zu äußern. Es fällt ihr zunehmend leichter, sich abzugrenzen und auch mal „Nein“ zu den Anforderungen ihrer Mitmenschen zu sagen.

3 Leitfragen, um sich selbst zu finden

Wenn Du zu den Menschen gehörst, bei denen die 3 Fragen oben keine Zustimmung auslösen oder Du Deine mentale Begrenzung bereits aufgelöst hast: Wunderbar! Dann kannst Du Dich jetzt an die eigentliche Selbstfindung machen.

Manche Ratgeber und Coaches fokussieren sich jetzt darauf, über Stärken und Schwächen herauszufinden, was Dich als Mensch ausmacht. Aus meiner Sicht können Stärken und Schwächen zu bestimmten Detailfragen hilfreiche Antworten liefern. Aber wenn Du Dich damit beschäftigst, wer Du bist und was Du im Leben willst, hilft das aus meiner Sicht nicht. Denn nur weil Du etwas gut kannst, muss es noch lang nicht wichtig für Dich sein. Und umgekehrt definieren Dich Deine Schwächen noch lange nicht als Mensch. Das wird in verbalen Auseinandersetzungen häufig nur als Argument verwendet, um Dich klein zu machen.

Ich bringe meine Klienten im Coaching daher lieber mit 3 zentralen Fragen in Kontakt:

  • Was ist mir wirklich wichtig im Leben?
  • Was brauche ich gerade als Mensch?
  • Was möchte ich für mich in meinem Leben verwirklichen?

Diese drei Fragen sind ganz bewusst so von mir gewählt. Denn sobald Du die Antworten auf sie gefunden hast, besitzt Du einen sehr großen Schatz: Deinen inneren Kompass. Er hilft Dir dabei, Dich innerlich zu positionieren und Dich auf das auszurichten, was gut für Dich ist. So hast Du eine gute Grundlage für alle Entscheidungen, die Du in Deinem Leben triffst. Egal, ob beruflich oder privat.

Sobald Du die Antworten auf die 3 zentralen Fragen gefunden hast, besitzt Du einen sehr großen Schatz: Deinen inneren Kompass.

Frau hält einen Kompass in der Hand

Die meisten Menschen stellen während des Coachings mit mir jedoch fest, dass sie auf diese Fragen entweder keine oder nur solche Antworten haben, die sich für sie selbst nicht richtig anfühlen. Die Antworten auf diese Fragen sollten in Dir aber ein großes Gefühl von Zustimmung auslösen. Nur dann sind es wirklich Dinge, die zu Dir gehören. Wenn es zu Deinen Antworten gar kein Gefühl in Dir gibt oder Du ein Gefühl von Abwehr in Dir spürst („Es fühlt sich an wie eine hohle Phrase“), dann hast Du die Antworten mit ziemlicher Sicherheit von anderen Menschen übernommen. Sie waren vielleicht richtig für diese Menschen, aber sie passen nicht für Dich. Dein Kopf wird dennoch versuchen, Dich davon zu überzeugen, dass die Antworten anderer auch richtig für Dich sind.

Aber zu den für mich 3 wichtigsten Fragen im Einzelnen:

  1. Was ist mir wirklich wichtig im Leben?
    Die Antworten auf diese Frage liefern Dir die Leitplanken, an denen Du Dich in allen Belangen Deines Lebens orientieren kannst: Deine eigenen Werte. Egal was Du in Deinem Leben gerade anstrebst, entwickelst, denkst oder tust – wenn es sich nicht gut in das einfügt, was Du als hier Antworten für Dich gefunden hast, wirst Du Dich auf Dauer weder damit wohlfühlen noch wirst Du zufrieden und glücklich sein.
  2. Was brauche ich gerade als Mensch
    Diese Frage zeigt Dir Deine aktuellen Bedürfnisse auf. Etwas fehlt Dir gerade in Deinem Leben. Und solange es fehlt, wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit unzufrieden sein. Wenn klar ist, was Dir gerade fehlt, kannst Du gezielt daran arbeiten, es in Dein Leben zu bringen und somit zufriedener zu werden.
  3. Was möchte ich für mich in meinem Leben verwirklichen
    Oder auch: „Was will ich im Leben?“. Die Antwort auf diese Frage macht Dir deutlich, worauf Du Dich als Mensch in einem größeren Kontext ausrichten möchtest. Dadurch erhältst Du eine langfristige Perspektive, ein Ziel, eine Vision, auf welche(s) Du zuarbeiten kannst. Manche sprechen in dem Kontext auch von Berufung oder Lebenstraum – beides Begriffe, die ich persönlich aber nicht passend finde.

Selbsterkenntnis ist nicht egoistisch. Im Gegenteil: Sie verbessert Deine Beziehungen.

Die Antworten auf diese 3 Leitfragen zu finden, dauert bei den meisten Klienten 2-3 Coaching-Sitzungen. Martina formt dabei mit meiner Unterstützung ein Gesamtbild, das ihr im Alltag das Gefühl gibt, immer näher bei sich selbst zu sein. Sie kann gegenüber ihrem Partner und anderen Menschen klarer formulieren, was sie für sich selbst will – und was nicht. Nach anfänglicher Irritation wird das von ihrem Partner und den meisten anderen Menschen in ihrer direkten Umgebung zunehmend positiv aufgenommen. Sie macht ganz neue Erfahrungen, die Beziehungen werden mit der Zeit ehrlicher und vertrauensvoller. Andere Menschen können damit nicht gut umgehen, sie haben mittlerweile keinen Platz mehr in Martinas Leben.

2 fröhliche junge Frauen mit Tassen in der Hand auf dem Dach eines Hauses

Wenn Du Dich nun fragst, ob nicht die Gefahr besteht, dass Du ein*e ziemliche*r Egoist*in wirst, wenn Du Dich auf den Weg der Selbstfindung begibst, kann ich Dich beruhigen. Nach meiner Erfahrung ist das nicht der Fall. Dass Du für Dich weißt, was gut und wichtig für Dich ist, heißt noch lang nicht, dass Du deswegen die Bedürfnisse von anderen ignorierst oder aus den Augen verlierst. Im Gegenteil. Du wirst durch Deinen eigenen Prozess offenere Augen und Ohren für Deine Mitmenschen haben und sie vielleicht sogar zu einem ähnlichen Weg motivieren.

Selbstfindung als Grundlage für bessere Entscheidungen

Mit den Antworten auf die 3 Leitfragen kannst Du alles, was vor Dir liegt, in den für Dich richtigen Kontext setzen. Wenn Du etwas entscheiden musst, kannst Du es gegen Deine Antworten spiegeln:

  • Erfüllt sich damit etwas, was mir wichtig ist? Oder handle ich gegen etwas, was mir wichtig ist, wenn ich mich dafür entscheide?
  • Trägt die Entscheidung zur Erfüllung meiner Bedürfnisse bei?
  • Hilft mir das bei der Verwirklichung meiner Vision?

Martina entwirft mit mir basierend auf den erarbeiteten Ergebnissen im letzten Schritt des Coachings ein neues Berufsbild. Da sie freier, kreativer und mehr mit Menschen als bisher arbeiten möchte, gehen ihre Gedanken bald in Richtung Selbständigkeit. Das macht ihr zuerst ein wenig Angst, aber es fühlt sich auch richtig für sie an. Sie beginnt berufsbegleitend noch einmal eine weitere Ausbildung und entschließt sich, mit einem Gründungsberater die nächsten Schritte für eine berufliche Selbständigkeit zu erarbeiten.

Martinas Weg soll Dir zeigen: Sich selbst kennenlernen ist für manche Menschen nicht leicht und es dauert seine Zeit. Aber es lohnt sich und Du brauchst keine Angst davor zu haben. Du wirst Dir Deiner Selbst bewusst. Aus dieser Selbsterkenntnis erwächst eine unglaubliche Klarheit, die Dir innere Ruhe und innere Stärke verleiht. Denn Du weißt jetzt, wer Du bist und was Du willst.

Ich wünsche Dir, dass auch Deine Fragen weniger und Deine Antworten mehr werden! Wenn Du dabei meine Unterstützung benötigst, bin ich gern für Dich da.

Lass es Dir gutgehen.

Dein Michael
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*Name geändert

Foto:
iStock.com/pixdeluxe (Titelbild)
Adobe Stück (übrige Fotos)

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