Veränderung im Leben – So sparst Du Zeit und Energie

Veränderung im Leben ist für viele nichts Positives sondern eher unvermeidlich. Heute zeige ich Dir, wie Du sie einfach meistern kannst.

Möchtest Du wirklich eine Veränderung im Leben?

Manchen Menschen gelingen scheinbar mühelos selbst große Veränderungen. Andere kommen selbst bei kleinen Veränderungen überhaupt nicht voran und fragen sich: „Warum?“ Schnell wird dann nach Unterschieden im Tun gesucht: „Was machen die anders als ich?“ Dabei liegt es oft gar nicht am „anders machen“, sondern eher an der eigenen inneren Bereitschaft, etwas zu verändern.

Das sehe ich manchmal in meiner Arbeit. Man sollte ja meinen, dass wer sich die Zeit nimmt und zu mir ins Coaching kommt, der möchte auf jeden Fall etwas für sich verändern. Dem ist aber nicht immer so. Es gibt nicht wenige Leute, die „machen“ ganz viel in ihrem Leben. Aber tief in ihrem Innern wollen sie eigentlich gar nichts verändern. Oder zumindest nicht das, woran sie im Moment arbeiten. Den meisten von ihnen ist das aber nicht bewusst. Sie stellen nur fest, dass sich nichts verändert und dass nach und nach ihre Motivation sinkt. Frust kommt auf, dass die viele Persönlichkeitsarbeit scheinbar überhaupt nichts oder eben zu wenig bringt. Und dass ihre Investition in sich selbst sich nicht auszahlt.

Bereits im Vorgespräch höre ich deshalb sehr genau hin, was mir die Menschen erzählen und wie sie es mir erzählen. Denn oft ist schon an den Formulierungen gut zu erkennen, ob der Klient wirklich etwas ändern will oder nicht. Dabei unterscheide ich persönlich in meiner Arbeit vier Ebenen der Veränderung, die ich Dir nun vorstellen möchte.

Mein Tipp: Wenn Du in Deinem Leben etwas verändern möchtest, dann höre Dir selbst gut zu, wie Du darüber sprichst und überprüfe auch Deine Gedanken dazu. Nimm Dir anschließend die Zeit und gleiche diese mit den vier Ebenen ab. So kannst Du sehr schnell erkennen, wie ernst es Dir damit ist – und/oder herausfinden, was Dich behindert. Auch bei anderen Menschen kann das für Dich sehr hilfreich sein. Im Zweifel erspart es Dir viel Zeit und Energie.

Die beiden Ebenen der Nicht-Veränderung

Du wirst nun die beiden ersten Ebenen kennenlernen. Wenn Du Dich auf ihnen bewegst, wird sich wahrscheinlich wenig bis gar nichts bei Dir ändern. Eine Umsetzung Deiner Pläne ist eher sehr unwahrscheinlich.

Ebene 1 der Veränderung: „man sollte mal“

Wie der Name der Ebene schon sagt kannst Du sie daran erkennen, dass Du oder andere Menschen über die geplante Veränderung oder das gewünschte Ziel in folgender Art und Weise sprechen/denken:

„Das sollte man mal dringend verändern.“ oder „Hier müsste mal etwas passieren.“ usw.

Wenn Du so über ein Ziel oder eine Veränderung denkst oder sprichst, dann wird daraus mit fast absoluter Sicherheit nichts. Denn schon in der Formulierung distanzierst Du Dich davon auf zweifache Weise:

  1. Es erfolgt keine Formulierung in der „Ich“-Form, was bedeutet, dass Du Dich daran keinesfalls beteiligen möchtest. Andere können gern wenn sie wollen. Wer das ist, ist Dir egal, solange Du es nicht bist.
  2. Über die Lösung möchtest Du Dir keinerlei Gedanken machen. Das Thema interessiert Dich auch nicht sonderlich. Deswegen formulierst Du in der „mal“-Form.

Wenn das Ganze dann auch noch in einer gelangweilten oder desinteressierten Tonlage erfolgt, gibt es eigentlich keinen Zweifel mehr. An diesem Thema besteht Deinerseits keinerlei ernsthaftes Interesse.

Stell Dir in diesem Fall die Frage: Warum verfolge ich das immer noch? Mach ich das vielleicht nur noch aus einer alten Gewohnheit heraus? Ein weiterer häufiger Grund dafür ist, dass dieses Veränderungsprojekt von außen getrieben wird. Eine andere Person, die Dir wichtig ist, hält es für hilfreich oder den richtigen Weg, hier etwas zu ändern – nur Du leider nicht. In diesem Fall ist der einzige Grund, warum das Thema überhaupt noch da ist, der von Dir befürchtete Ärger. Der oder die Andere/n sind verärgert oder enttäuscht, wenn Du offen ablehnst. Und das möchtest Du nicht.

Mach Dir in solchen Fällen klar, dass Du dieses Vorhaben nur unter absolutem Zwang und mit großem inneren Widerstand umsetzen wirst. Und selbst dann wirst Du es vermutlich verschleppen, wenn Du kannst. Das wird auch Ärger geben. Keinesfalls wirst Du damit glücklich. Überleg Dir in dieser Situation vielleicht lieber, ob Du mit den Leuten nicht besser offen darüber sprechen möchtest. Die Menschen sind nach meiner Erfahrung zuerst meist wenig begeistert, aber am Ende wird Ehrlichkeit von ihnen doch eher honoriert als ein verschleppendes Schweigen.

Ebene 2 der Veränderung: „ich sollte mal“

Alle Jahre wieder erlangt diese Ebene vor allem im Januar große Bedeutung. Es ist mal wieder Zeit für gute Vorsätze für das neue Jahr. Aber auch in den restlichen Monaten wird sie durchaus gern genommen. Du erkennst die Ebene an Gedanken und Sätzen in folgender Art und Weise:

„Ich sollte das mal dringend verändern.“ oder „Ich müsste eigentlich…“ usw.

Der Unterschied zur vorhergehenden Ebene ist folgender:

  1. Das Thema ist in irgendeiner Weise für Dich persönlich relevant. Dir ist z.B. Gesundheit „irgendwie schon wichtig“, deswegen der gute Vorsatz mit mehr Sport im neuen Jahr.
  2. Du bist Dir bewusst, dass nur Du selbst etwas daran ändern kannst. Das Thema ist nicht delegierbar.

Für Dich erreichen wirst Du auf dieser Ebene mit hoher Sicherheit trotzdem nichts. Wir alle wissen, was mit dem überwiegenden Teil der guten Vorsätze passiert. Der Grund hierfür: Das Thema ist zwar relevant für Dich, aber im Gegensatz zum zu erwartenden Aufwand nicht wichtig genug. Oder es gibt viel wichtigere Themen für Dich, die Deine Aufmerksamkeit und Deine Energie voll und ganz in Anspruch nehmen.

Was kannst Du hier tun? Tritt gedanklich einen Schritt zurück und prüfe bewusst, ob Du momentan in Deinem Leben die richtigen Prioritäten setzt. Wenn Du das bejahen kannst, überlege Dir, ob Du das Thema für später parken oder streichen solltest. Ist es Dir wirklich wichtig und bist Du nur gerade mit anderen Dingen zeitlich befristet ausgelastet? Dann parke das Thema in einer für Dich guten Art und Weise. Lege dazu einen Zeitpunkt fest, an dem Du neu prüfen wirst, ob Du es dann umsetzen kannst. Wenn Du es als unwichtig für Dich einstufst, dann triff eine klare Entscheidung und streich es einfach. Beide Maßnahmen machen Dich innerlich frei. Du kannst nun Deine Energie für andere Dir wichtige Dinge einsetzen.

Nun stellst Du Dir nun vielleicht die Frage, wie Du die persönliche Wichtigkeit am besten für Dich herausfinden kannst? Aus meiner Erfahrung heraus helfen Dir hier zwei Fragen an Dich selbst:

  1. Spüre ich in mir Emotionen bei diesem Thema oder bewege ich es nur im Kopf, weil es „vernünftig“ ist?
  2. Wenn ich Emotionen auf diesem Thema habe, wie stark sind diese?

Wenn Du es nur im Kopf bewegst, kannst Du es sofort fallenlassen. Wichtige Themen lösen selbst bei Kopfmenschen immer Emotionen aus. Wenn diese aber auf einer Skala von 1-10 nicht größer als 5 sind, kannst Du das Thema aus meiner Sicht ebenfalls getrost loslassen. Du wirst vermutlich immer wichtigere Themen finden, denen Du Deine Aufmerksamkeit schenkst.

Du konntest nun einiges über die ersten beiden Ebenen der Veränderung lesen. Wenn Du Dich gedanklich auf ihnen bewegst, wirst Du an den Punkten wohl niemals etwas ändern. Ein erfülltes Leben findest Du hier auf jeden Fall nicht. Aus meiner Sicht ist in diesen Fällen die einzig mögliche positive Veränderung für Dich, das Du lernst loszulassen und Dich Dingen zuwendest, die Du entweder wirklich ändern möchtest oder welche Dir mehr Spaß und Lebensfreude bescheren.

Krokus durchbricht den Schnee

Die beiden Ebenen auf denen Du wirklich etwas änderst

Ebene 3 der Veränderung: „ich will“

Wenn Du über ein Ziel oder eine geplante Veränderung in Deinem Leben Sätze und Gedanken mit „ich will“ formulierst, dann ist eine Realisierung Deines Vorhabens schon sehr wahrscheinlich. Du hast zum Thema einen Ich-Bezug, der sich auch in Deiner Ausdrucksweise wiederfindet. Und Du formulierst nicht mehr passiv mit „möchte“, „müsste“ oder „sollte“.

„Schön.“ wirst Du jetzt vielleicht denken. „Aber ich komme trotzdem nicht so richtig voran.“ Auf dieser Ebene gibt es nach meiner Erfahrung zwei Dinge, die Dich bei der Umsetzung behindern:

  • Du empfindest einen Mangel, der noch behoben werden muss. Erst dann kannst Du aus Deiner Sicht wirklich mit dem eigentlichen Vorhaben anfangen.
  • Irgendetwas blockiert Dich innerlich. Das kann mit Angst verbunden sein, muss aber nicht. Auch andere Gefühle können sich zeigen wie Ärger oder Wut – oder auch keins davon.

Mangel

Wenn Du einen Mangel empfindest, zeigt sich das meist auf folgende Art und Weise:

  1. Dir fehlt aus Deiner Sicht noch eine Fähigkeit oder jemand, der Dich unterstützt oder Geld oder etwas anderes. Du arbeitest daran, hast das Gewünschte aber noch nicht.
  2. Alternativ empfindest Du einen Mangel, weißt aber nicht, wie Du ihn beheben sollst.

Für den ersten Punkt ist es aus meiner Sicht hilfreich, dass Du Dir klar machst, dass Du mit der Realisierung schon begonnen hast. Dir fehlt noch etwas und bisher meinst Du, dass Du erst loslegen kannst, wenn Du es hast. Aber wenn Du das als ersten Schritt der Umsetzung siehst, dann gewinnst Du für Dich eine völlig neue Bedeutung: Du bist nicht mehr im „Warte-Modus“, sondern Du veränderst bereits etwas. Das hat für die meisten Menschen eine ganz andere Wertigkeit, weil sie sich jetzt selbst als handelnd erleben. Und handlungsfähig zu sein ist ein grundlegendes Bedürfnis, dass wir alle haben. Warten hingegen erzeugt bei den wenigsten Leuten ein positives Gefühl.

Für Punkt 2 gibt aus meiner Sicht anstelle der eigenen Grübelei, der viele Menschen lange Zeit ihre Energie schenken, folgende Lösungsmöglichkeiten:

  1. Du suchst Dir Menschen, die schon das Gleiche oder so etwas Ähnliches gemacht haben wie Du es gerade vorhast. Bitte sie um ein Gespräch und erkläre Ihnen Dein Problem. Und dann lass Dich überraschen, was Du so an Input von ihnen bekommst. Oft ist da viel Hilfreiches dabei, an das man selbst nie gedacht hätte.
  2. Du suchst Dir einen Coach und gestaltest mit seiner Hilfe eine ganz individuelle Lösung, die aus Dir selbst entspringt und damit genau für Dich passt. Denn oft kennen wir selbst eine oder mehrere Lösungsmöglichkeiten. Wir kommen nur allein gerade nicht an sie heran. Ein Coaching kann da sehr hilfreich sein.

Strasse durch Schnee versperrt

Mentale Blockaden

Mentale Blockaden zeigen sich nicht unbedingt vordergründig. Du merkst vielleicht nur, dass Du andauernd gegen eine „gläserne Wand“ läufst und nicht vorankommst. Erforschst Du die Ursachen, kann es sein, dass Du auf einmal auf die oben beschriebenen Gefühle von Angst oder ähnlich stößt. Alternativ können diese Gefühle aber auch von Anfang für Dich spürbar sein. Ich habe allerdings auch Fälle erlebt, da zeigte sich beim Klienten keinerlei negatives Gefühl – nur die „gläserne Wand“.

Die Blockaden werden oft durch begrenzende Glaubenssätze ausgelöst.

Glaubenssätze sind innere Wahrheiten, die wir uns als Menschen durch verschiedene Erfahrungen im Laufe unseres Lebens erschaffen. Sie können fördernd oder begrenzend sein. Als innere Wahrheiten sind sie immun gegen sämtliche Argumente, denn wir haben ihnen den Status „Das ist so!“ gegeben.

Ich gebe Dir ein Beispiel für eine mögliche Ausprägung: Du merkst, dass Du nicht weiterkommst. Innerlich spürst Du eine diffuse Angst, wenn Du an Dein Ziel denkst. Negative Gedanken wie z.B. „Ich schaffe das nicht.“ häufen sich und fangen nach und nach an, Dein ganzes Leben zu bestimmen. Die Angst verstärkt sich. Du sprichst mit guten Freunden und jeder versichert Dir, dass Du das schaffst. Die Leute bringen positive Beispiele aus Deiner Vergangenheit und ganz viele Argumente dafür. Logisch verstehst Du das alles und Du kannst bei allem zustimmen. Aber Deine innere Stimme sagt weiterhin: „Ich schaffe das nicht.“ Und auch die damit verbundene Angst bleibt bestehen. Weder Du noch die anderen Leute können das verstehen. Meist wird die „Umgebung“ irgendwann sauer, weil das doch „alles kein Problem“ ist.

Wenn Du etwas so oder ähnlich wie eben beschrieben erlebst, dann arbeitet in Dir mit ziemlicher Sicherheit ein begrenzender Glaubenssatz. Hier helfen Dir keine simplen Tipps. Such in diesem Fall einen guten Coach oder einen Psychotherapeuten auf. Fällt Deine Wahl auf einen Coach, so achte darauf, dass er wirklich eine Ausbildung UND auch Erfahrung mit der Auflösung von begrenzenden Glaubenssätzen hat. Tipps zur Auswahl eines passenden Coachs findest Du auch hier im Blog. Aber auch bei den Psychotherapeuten solltest Du sehr genau hinschauen. Hier hab ich leider schon mehrmals Beispiele erlebt, bei denen die Betroffenen anschließend aus ihrer Sicht schlechter dran waren als vorher.

Eine Bitte: Wenn Du etwas wie in meinem Beispiel oben bei anderen Menschen erlebst, dann verurteile sie nicht. Nach dem Lesen dieser Zeilen solltest Du verstehen, dass sie nicht „zu blöd“ sind und durchaus ein ernsthaftes Problem haben können. Auch wenn das weder sie selbst noch Außenstehende verstehen können. Betroffene leiden oft mehr unter der Verurteilung ihrer Umgebung als unter dem zugrundeliegenden Glaubenssatz. Mach Ihnen dann bitte diesen Artikel zugänglich oder hilf Ihnen mit Deinem neuen Wissen weiter. Die Meisten werden Dir sehr dankbar sein, weil sie oft schon an sich selbst zweifeln.

Die Mischform von Mangel und mentaler Blockade

Mangel und mentale Blockade treten auch ganz gern mal gemeinsam auf. Es beginnt damit, dass Du einen Mangel erkennst und behebst. Dann wird Dir klar, dass Dir ja noch etwas anderes fehlt, bevor Du anfangen kannst. Du löst auch dieses Thema, aber prompt steht ein Neues da. Hier steckt in der Regel eine persönliche Angst (die mentale Blockade) dahinter, die sich aber nicht so richtig als Gefühl zeigt. Sie versteckt sich stattdessen hinter immer neuen Verhinderungsgründen.

Nach meiner Erfahrung ist es für viele Menschen nicht wirklich möglich, allein an diese Angst heranzukommen. Deswegen empfehle ich, dass Du Dir in diesem Fall einen professionellen Begleiter suchst. Ein Coach oder ein Psychotherapeut können Dir mit ihrem Wissen und verschiedenen Methoden leichter und in kurzer Zeit weiterhelfen als wenn Du diesen Weg alleine gehst. Selbstverständlich kannst Du aber auch selbst versuchen, Deine Angst zu finden und diese dann aufzulösen.

Aber egal ob Dich nun ein Mangel oder eine mentale Blockade bei der Erreichung Deines Ziels behindert. Der Weg ist immer der Gleiche: Versuche nicht, Ausreden zu finden und Dich damit zu arrangieren. Finde stattdessen die Ursache und löse sie auf. Erst dann kannst Du im nächsten Schritt ungebremst vorangehen, denn Du hast nun die vierte Ebene erreicht:

Ebene 4 der Veränderung: „ich werde“

Wenn Du in dieser Form über Deine Ziele oder die von Dir angestrebte Veränderung sprichst und/oder denkst, dann gibt es in Dir nicht wirklich etwas, dass Dich an der Umsetzung hindert. Du formulierst aktiv und bestimmt, dass Du daran arbeitest oder arbeiten wirst. Das heißt zwar nicht, dass Du Dein Ziel oder die von Dir gewünschte Veränderung garantiert erreichst. Aber wenn nicht, dann liegt das wohl eher an unüberwindbaren externen Hindernissen auf Deinem Weg. Oder daran, dass die gewünschte Veränderung aus irgendeinem Grund auf einmal nicht mehr erstrebenswert für Dich ist.

zwei Daumen hoch und runter

Wenn Gedanken und Formulierung im Widerspruch stehen

Du hast nun mit den vier Ebenen meine Sichtweise auf die innere Bereitschaft zur Veränderung kennengelernt. Ich hoffe, Du konntest dabei schon etwas Neues und Nützliches zum Thema Veränderung lernen. Nun ist vielleicht noch der richtige Zeitpunkt, um etwas zu einem Aspekt schreiben, der mir in diesen Zusammenhang im Alltag schon häufig begegnet ist:

Manche Menschen formulieren die von ihnen geplante Veränderung oder ihr Ziel nach außen hin auf der „ich werde“-Ebene. Aber sie kommen dennoch irgendwie gar nicht oder nur in kleinen Schritten voran. Wenn ich dann mit ihnen die Ursachen dafür erforsche, wird meist eins schnell sichtbar:

Die Formulierung entspricht nicht den Gedanken der jeweiligen Menschen. Gedanklich bewegen sie sich auf den ersten drei Ebenen, sie formulieren aber nach außen hin in der vierten Ebene.

Warum tun sie das? Sie haben irgendwann mal gehört oder gelernt, dass man Ziele spezifisch genau, messbar, aktiv beteiligt usw. formulieren sollte. Und das setzen sie dann auch um: Das Ziel wird nach diesen Regeln formuliert. Wenn sie aber an ihr Ziel oder die geplante Veränderung denken, bewegen sie sich tief in ihrem Inneren weiterhin auf den ersten drei Ebenen. Die Formulierung des Ziels wurde von ihnen gemäß eines erlernten Regelwerks erzwungen und entsprach nicht ihrer echten inneren Einstellung.

Hast Du auch Dein Ziel oder Deine geplante Veränderung als „ich werde“ formuliert, aber trotzdem kommst Du nicht voran? Wirf einen ehrlichen Blick nach innen. Entspricht Deine Formulierung Deinen Gedanken dazu? Solange Du nicht wirklich in „ich werde“ denkst, kannst Du noch so aktiv und spezifisch genau formulieren. Es wird Dir leider nichts helfen. Dein Denken verrät Dir Deine echte innere Einstellung zu der von Dir gewünschten persönlichen Veränderung. Vergiss also im Zweifel Deine Formulierung und ergründe ehrlich Deine Gedanken. Nur so kommst Du wirklich voran.

So gelingt Dir Deine Veränderung wirklich

Über das Gelingen Deiner Veränderung kannst Du ganz viel im Internet lesen. Die Tipps, die Du in den meisten Artikeln lesen kannst, decken eine große Spannweite ab. Sie sind oft sehr praktisch veranlagt und folgen aus meiner Sicht oft einem einzigen Muster: Finde den Fehler in Deinem Leben und dann ändere ihn direkt und sofort. Ob das allerdings immer der richtige Weg ist, wage ich mal zu bezweifeln. Denn so besteht aus meiner Sicht immer das Risiko, dass der Betroffene nur das Symptom ändert aber eben nicht die Ursache. Ich mach mal ein Beispiel:

Gewohnheiten

Dieses Thema ist für mich da der Klassiker schlechthin. Oft lese und höre ich, dass man zuerst seine Gewohnheiten ändern soll/muss. Manche sind regelrecht vernarrt in dieses Thema. Da gibt es gute Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten, alte und neue Gewohnheiten, tiefsitzende Gewohnheiten, manche sind förderlich, andere behindern Dich usw. Manchmal frage ich mich, ob es für manche schon zur Gewohnheit geworden ist, über Gewohnheiten zu diskutieren oder wieder mal was dazu zu schreiben. Vielleicht sollten sie besser das einmal verändern. 🙂

Ich persönlich kann diesem Thema in Bezug auf Veränderungsarbeit überhaupt nichts abgewinnen. Solange ich Coach bin habe ich noch nie mit einem Klienten darüber gesprochen, welche Gewohnheiten er hat und ob und wie diese verändert werden müssen. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Gewohnheiten für mich oft etwas mit Verhalten zu tun haben. Sie sind für mich nur ein Symptom an der Oberfläche. Manche Menschen verstecken sich auch gern dahinter und benutzen es nur als Ausrede, um nichts verändern zu müssen.

Meine Philosophie für meine Arbeit ist aber, dass eine Veränderung im Leben sehr viel schneller und leichter gelingt, wenn man die tieferliegende Ursache ergründet. Und dann einen geeigneten Weg findet, um diese zu verändern. Ändert man diese, dann verändert sich die zugehörige Gewohnheit meist ganz automatisch. Wenn also ein Mensch jeden Abend gelangweilt vor dem Fernseher sitzt und alles mögliche Zeug in sich reinstopft, wird es aus meiner Sicht wenig bringen, mit ihm an seinen Ernährungsgewohnheiten zu arbeiten. Besser wäre es aus meiner Sicht zu ergründen, warum er genau das tut und nichts anderes mit seiner Zeit anfängt. Und das dann ändert, wenn er das möchte.

Hand mit Kompass

Veränderung im Leben mit dem inneren Kompass

Ein wichtiger Schritt vor der eigentlichen persönlichen Veränderung ist für mich, dass man sich mancher Dinge in seinem Leben erst einmal bewusst wird. Den meisten Leuten fehlt aber genau dieses Bewusstsein. Deren Leben funktioniert irgendwie, häufig im Autopilot-Modus verbunden mit einem eigenen Blindflug. Denn viele denken lieber über solche Dinge wie ein neues Auto oder die nächste Urlaubsreise in die weite Welt nach als über sich selbst. “Dazu fehlt mir einfach die Zeit.” höre ich häufig und es klingt für mich manchmal ein wenig nach Ausrede.

Bei vielen, die zu mir ins Coaching kommen, ist das eines der wesentlichen Ursachen für ihr Problem, mit dem sie zu mir kommen. Aber wenn der Klient nicht nah an sich dran ist, kann er auch keine Entscheidungen treffen und seine Probleme bleiben bestehen. Deshalb ist oft ein erster Schritt in meinen Coachings, den Menschen wieder nah an sich heranzubringen. Damit gewinnt er Klarheit und Orientierung, und die dann folgende Veränderungsarbeit fällt ihm sehr viel leichter.

Um dies zu erreichen, erarbeite ich mit dem Klienten seine ganz persönlichen Antworten auf drei grundlegende Fragen:

Was ist wirklich wichtig für Dich in Deinem Leben?

Die Antworten auf diese Frage schaffen ein wichtiges Fundament für alle Fragen, Themen und neue Situationen, mit denen ich als Mensch im Alltag konfrontiert werde. Wenn ich weiß, was mir wichtig ist, kann ich alles in meinem Leben dazu in Bezug setzen und habe eine großartige Entscheidungsgrundlage. Ich persönlich erarbeite dazu sehr häufig gemeinsam mit dem Klienten seine persönlichen Werte und erstelle mit ihm eine Wertehierarchie. Allein diese Arbeit bringt die meisten Leute schon einen sehr großen Schritt weiter und habe damit durchweg positive Erfahrungen gemacht.

Was brauchst Du gerade?

Wenn ich weiß, was ich brauche, kenne ich meine aktuellen Bedürfnisse – und damit auch die wichtigsten Defizite, welche ich als Mensch gerade erlebe. In dieser Arbeit kläre ich zusätzlich mit dem Klienten, welche Erwartungen er für sich selbst mit dem Erfüllen dieser Bedürfnisse verknüpft. Und was sich für ihn dadurch aus seiner Sicht verändern wird, wenn er bekommt, was er sich wünscht. Aus all diesen Antworten ergibt sich ein sehr umfassendes Bild, was der Klient gern kurz- oder mittelfristig für sich ändern möchte.

Was möchtest Du in Deinem Leben gern noch verwirklichen?

Durch die Beantwortung dieser Frage erhalte ich eine langfristige Perspektive für mein Leben, auf welche ich zuarbeiten kann. Auch hier kläre ich mit dem Klienten, was sich für ihn erfüllt, wenn er dieses Ziel erreicht und was sich für ihn dadurch aus seiner Sicht für ihn verändern wird.

Nach der Beantwortung dieser drei Fragen erstelle ich daraus zusammen mit dem Klienten ein Gesamtbild. Dabei gleichen wir ab, ob die Ergebnisse im Einklang miteinander stehen und lösen eventuell bestehende Widersprüche auf. Im letzten Schritt stellen wir dann den praktischen Bezug zur aktuellen Situation des Klienten her und erarbeiten Maßnahmen, was neu entstehen oder sich für ihn verändern muss. Für die anschließende Umsetzung der Veränderungen benötigen viele dann gar keine oder nur wenig Unterstützung durch mich. Sie erleben, dass sie wider Erwarten schon nach einer relativ kurzen Zeit wieder selbständig handeln und Dinge für sich verändern können. Das macht viele glücklich, sie werden schnell zufriedener und ihre Grundstimmung wird dauerhaft sehr viel positiver als vorher. Und das macht mich glücklich! 🙂

Falls Du Fragen hast, etwas in Deinem Leben verändern oder Dir Klarheit mit dem inneren Kompass verschaffen möchtest, so nimm einfach Kontakt zu mir auf. In einem Coaching oder einer Orientierungs-Sprechstunde kann ich Dir bestimmt schnell dabei helfen auf Deinem Weg voranzukommen.

Lass es Dir gutgehen.

Dein Michael

 

Fotos:

shutterstock.com/szefei (Mann auf Baustelle)

Pixabay/SimBae (Krokus im Schnee)

Pixabay/3282700 (gesperrte Strasse)

Pixabay/geralt (zwei Daumen hoch und runter)

iStock.com/wundervisuals (Hand mit Kompass)

 

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